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Lüchow Dannenberg

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Der Landkreis Lüchow Dannenberg, auch „Wendland“ genannt, ist den meisten Menschen aufgrund des Atommüll-Zwischenlagers in Gorleben bekannt. Die immer wiederkehrenden Castor-Transporte und die zugehörigen Demonstrationen und Blockaden haben den niedersächsischen Landesteil im ganzen Land bekannt gemacht. Sieht man jedoch weiter als bis Gorleben und den Protesten im Wendland, entdeckt man ein touristisch interessantes Gebiet mit vielen Sehenswürdigkeiten, wunderschönen Städten und einer langen Geschichte.

Das schönste Ausflugsziel im Landkreis Lüchow-Dannenberg ist sicherlich der Skulpturengarten Damnatz. Erst 1994 gegründet, kann man in diesem Landschaftsgarten im Elbtal 30 Skulpturen von 10 verschiedenen Künstlern sehen. Das Besondere am Skulpturengarten Damnatz ist, dass sämtliche Ausstellungsstücke in die Natur eingebunden wurden. So kann man eine Bronzeskulptur finden, die einem kahlen Baum ähnelt oder auch eine Granitskulptur, die eine Brücke schafft zwischen einer Wiese und einem Teich. Zu dem Gelände gehört eine ehemalige Scheune, in der ganzjährig Vorlesungen, Konzerte oder besondere Ausstellungen stattfinden.

Die Natur ist der größte Schatz des Landkreises. Vor allem die „Niedersächsische Elbtalaue“, die seit 1997 zum UNESCO Biosphärenreservat erklärt wurde, belegt einen wichtigen Platz auch für den Tourismus der Region. Die Elbtalaue ist Reservat, Erholungsgebiet und Ausflugsziel gleichermaßen. Ganzjährig finden Touren statt, die die Elbtalaue und ihre Bewohner näher bringen. So kann man hier Waldwanderungen erleben, auf die Spur des Bibers gehen oder an einer Berg- und Talfahrt zum Höhbeck zu Fuß und auf dem Fluss teilnehmen. Auch verschiedene Feste laden während des ganzen Jahres dazu ein, die Elbtalaue zu erkunden.

Die lange Geschichte des Wendlands kann man im Gebiet des Drawehn erfahren, der sich zwischen Lüneburg und Lüchow-Dannenberg erstreckt. Hier siedelten schon die Germanen, der Name „Wendland“ leitet sich von dem Namen Drawehn ab. In diesem Gebiet kann man auch in verschiedenen Ortschaften die typisch germanische Siedlungsform des „Rundlings“ kennenlernen. Im Ort Satemin, 3 km von Lüchow entfernt, ist diese Rundlingsbauweise besonders gut erhalten. Hier findet man die typische Anordnung von Fachwerkhäusern vor, die lediglich eine Zufahrt ins Dorf erlaubt. Das Zentrum bildete der Dorfplatz, der von allen Gebäuden umschlossen wurde, mit der Kirche als zentraler Punkt am Dorf. Die Kirche und Gebäude von Satemin stammte ursprünglich aus dem 15. Jh., allerdings wurde das gesamte Dorf 1850 von einem Brand zerstört und einheitlich aufgebaut. Die Zeugnisse von diesem Brand kann man heute in den typischen Spruchbändern über den Eingängen der Häuser ablesen.

Die Stadt Lüchow wurde bereits im 12. Jh. erwähnt, seit dem 13. Jh. besitzt sie das Stadtrecht. 2 große Stadtbrände im 16. Jh. veränderten das Stadtbild nachhaltig, zudem wurden viele alte Bauten in späteren Jahrhunderten abgerissen – wie z. B. ein Stadttor aus dem Jahr 1555, das im 18. Jh. eingerissen wurde. Die Innenstadt Lüchows besitzt noch heute viele Fachwerkhäuser, die man bei einem Bummel entlang der „Deutschen Fachwerkstraße“ bestaunen kann.

Es sind vor allem die vielen Baudenkmäler, die den Reiz für Besucher des Landkreises Lüchow-Dannenberg ausmachen. Neben den Rundlingsdörfern und den Fachwerkhäusern in der Stadt Lüchow sind es vor allem die Kirchen und Kapellen, die alten Scheunen und auch die Amtsgebäude, die die Geschichte des niedersächsischen Landesteils verdeutlichen. Eine Besonderheit findet sich in Grabow, einem Gut, das heute noch eine beachtenswerte Wasserburg, ein altes Herrenhaus und einen Speicher sowie einen interessanten Park beinhaltet.

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