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Mardorf am Steinhuder Meer

by admin1

 

Mardorf ist keine eigenständige Stadt. Tatsächlich ist Mardorf ein Stadtteil von Neustadt am Rübenberge. Der Ort Mardorf liegt direkt am Steinhuder Meer und ist deshalb als Ausgangs- oder Endpunkt für Wanderungen um den Binnensee und als Ablegestelle für Schiffe besonders beliebt. Zudem gibt es hier eine sehr große, traditionsreiche Jugendherberge, die in jeden Sommerferien bei Jugendlichen aus ganz Europa sehr beliebt ist. Mardorf hat ca. 2000 Einwohner. Die Nähe zum Steinhuder Meer hat Mardorf zu einem beliebten Naherholungsort gemacht und gilt als das “Tor zum Naturpark Steinhuder Meer”. Das liegt nahe, denn der Name bedeutet übersetzt “Dorf am Meer”.

War vor etlichen Jahren noch die Landwirtschaft eine wichtige Einnahmequelle in Mardorf, so lebte heute jeder 5. Einwohner vom Tourismus. Es haben sich viele kleine Gasthöfe und Privatunterkünfte gebildet, vor allem die Jugendherberge und die vielen Möglichkeiten zum Wassersport sind wichtige Beschäftigungsfelder für die Einwohner Mardorfs geworden.

Erstmalig erwähnt wurde Mardorf im 12. Jh. Während des 30jährigen Kriegs erlitt Mardorf starke Schäden und wurde fast vollständig zerstört. Die Häuser, die man heute in Mardorf sehen kann, sind daher nur in den seltenen Fällen älter als 350 Jahre, obwohl manches Fundament noch aus dem 12. – 15. Jh. stammt. Obwohl in den letzten Jahrzehnten viel für den Tourismus getan wurde, ist die Verkehrsanbindung an Mardorf noch so unzureichend, dass der Ort nur über Umwegen zu erreichen ist – das verkehrsgünstiger gelegene Steinhude hat hier den Vorrang erhalten.

Zu den interessantesten Gebäuden in Mardorf zählt auf jeden Fall die Fachwerk-Kapelle in der Mitte des Ortes. Sie ist heute das älteste Gebäude Mardorfs und zeigt hervorragend die Technik des Fachwerkbaus aus dem 18. Jh. Besonders interessant ist wahrscheinlich das Heimatmuseum Mardorf. In einem alten Fachwerkhaus untergebracht, zeigt es Relikte aus der Geschichte Mardorfs. Besonderes Kleinod und wichtigstes Ausstellungsstück ist das Horn des letzten Nachtwächters von Mardorf. Das Museum wurde von Grund auf restauriert und konnte 1991 feierlich wieder eröffnet werden. Seitdem ist es ein wichtiger Anziehungspunkt für all diejenigen Besucher, die sich über die Geschichte des kleinen Ortes genauer informieren möchten.

Wer sich das Mardorfer Stadtwappen ansieht, wird zwei Symbole finden: Getreideähren oben rechts und unten links das besagte Horn der Nachtwächter. Diese Tradition wurde in Mardorf lange aufrecht erhalten. Neben der Zeit kündigte der Nachtwächter auch von Feuer und Gefahr und sandte Neujahrswünsche mit seinem Horn an die Bevölkerung Mardorfs.

Auch Fundstücke aus der Eiszeit, wie der “Goliathstein” sind in der Gegend um Mardorf noch zu finden. Die Nähe zum Steinhuder Meer ermöglicht viele Freizeitaktivitäten: so kann man hier segeln oder surfen, in der Nähe liegt ein interessante Golfplatz, doch auch eine Wanderung in die Wälder und Moore rund um das Steinhuder Meer sind von hieraus möglich.

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