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Nova Scotia – Neuschottland

by admin1

Nova Scotia ist die östlichste Provinz Kanadas. Sie liegt direkt am Atlantik. Die Hauptstadt von Nova Scotia ist Halifax. Nova Scotia gehört zum englischsprachigen Teil Kanadas. Auf einer Fläche von über 55.000 km² leben ca. 913.000 Einwohner; Nova Scotia gehört damit zu einem recht dünn besiedelten Teil Kanadas.

Wenn man sich die Städtenamen ansieht, die man in Nova Scotia finden kann, lässt dies Rückschlüsse auf die ersten Siedler dieses Gebietes zu. Städte wie Lunenburg lassen darauf schließen, dass hier Nachfahren von Siedlern aus dem deutschen Lüneburg wohnen. Städte wie Liverpool, Truro, New Glasgow und Chester zeigen, dass hier früher britische Auswanderer siedelten. Zur Zeit der ersten Siedler war es üblich, neue Siedlungen nach den Heimatorten zu benennen, aus denen die Siedler kamen. Da die Natur der Natur in England sehr ähnlich ist, fühlten sich die ersten Siedler hier sicherlich ziemlich schnell heimisch.

Die klimatischen Bedingungen in Nova Scotia sind sehr hart, es gibt im Jahr Temperaturunterschiede von ca. 30°C. Während es im Sommer selten wärmer als 25°C wird, kann die Temperatur im Winter gut -10°C erreichen. Allerdings sorgen sehr milde Temperaturen im Herbst für den wunderschönen Indian Summer, den man auch in den Neuenglandstaaten der USA beobachten kann. Für einige Wochen sind die Bäume der Gegend dann in herrliche Gold- und Brauntöne getaucht, die das Licht warm und golden erscheinen lassen.

Die Haupteinnahmequelle der Menschen auf Nova Scotia ist der Ackerbau und der Obst- und Gemüseanbau. An der Atlantikküste findet man viel Fischerei. Doch auch der Tourismus hat, wegen der einzigartigen Natur und der schönen Städte, eine großen Anteil am wirtschaftlichen Leben von Nova Scotia.

Wer zum ersten Mal nach Nova Scotia kommt, wird verstehen, weshalb diese Halbinsel “Neu Schottland” heißt. Die Landschaft erinnert sehr an die Schottischen Highlands mit ihren grünen Hügeln und den schroffen Felsenküsten, auch das Wetter ist dem Schottlands sehr ähnlich. Die Natur ist der eigentliche Reichtum Nova Scotias – hier kann man nicht nur unzählige Stunden mit dem Rad fahren oder Wandern ohne einem anderen Menschen zu begegnen. Gelegentlich kann es sogar sein, dass man auf einen Elch trifft: in Nova Scotia sind diese sanften Riesen noch in großer Zahl beheimatet. Wer eine Rundreise durch Nova Scotia plant, dem stehen 10 offizielle, sehr schöne Reiserouten zur Verfügung.

Halifax

Halifax ist die Hauptstadt der Provinz Nova Scotia. Von den 913.000 Einwohnern lebt gut 1/3 in Halifax. Die Stadt Halifax ist nur ein Teil eines Komplexes von Städten, die sich zusammengeschlossen haben. Zusammen mit Sackville, Bedford und Dartmouth bildet Halifax die so genannte Halifax Metro Area.

Nova Scotia wurde 1749 von 2.500 Menschen besiedelt, die sich dort niederließen, wo heute Halifax ist. Anfangs sollte dort ein Fort für britische Soldaten errichtet werden. Der Name Halifax wurde nach Lord Halifax gewählt. Die nächste Siedlung, die gegründet wurde und die heute zur Halifax Metro Area gehört, war Dartmouth. Halifax ist nicht nur das politische Zentrum von Nova Scotia, sondern auch das Zentrum für Bildung. In der Stadt gibt es alleine 6 Universitäten und Hochschulen, sowie zahlreiche renommierte Privatschulen, die einen guten Ruf in ganz Kanada genießen.

Wer nach Halifax kommt, wird sich über die Vielzahl an interessanten Sehenswürdigkeiten wundern. Eines der Besonderen ist mit Sicherheit der Pier 21. Es wurde lange Zeit als Passagierterminal genutzt. Jahrelang war es die generelle Ankunftsstelle für Auswanderer, die per Schiff nach Kanada kamen. Seit 1999 wird es als Museum genutzt und gehört zu den historisch bedeutsamen Stätten in Kanada.

Auf einem grünen Hügel, hoch über der Stadt Halifax liegt die Halifax Citadel. Die im Jahre 1869 gebaute Zitadelle wurde einst für die Armee gebaut und beherbergt heute das Armeemuseum der Stadt. Generell kann man in Halifax die Geschichte überall finden. Die gesamte Stadt hat viele wunderschöne alte Gebäude und Kirchen, die über die lange Geschichte Auskunft geben. Das Leben der ersten Siedler ist hier noch sehr präsent und die Stadt Halifax pflegt hier ihre Wurzeln sehr. Ein besonders schönes Beispiel ist zum Beispiel das Province House aus dem Anfang des 19. Jh. Dieses Gebäude war der Amtssitz der ersten Gouverneure der Provinz Nova Scotia. Einen Besuch ist auf jeden Fall auch der Hafen von Halifax wert. Hier befinden sich historische Gebäude neben modernen Anlagen und zeigen eindrucksvoll die Wandlung einer Hafenanlage. Im Bereich des Hafens liegen drei Inseln, die einen Besuch lohnen: McNab’s Island, auf der es noch Ruinen alter Besiedlungen gibt, George’s Island mit einer 200 Jahre alten Verteidigungsanlage und Lowlor’s Island, das nahezu unberührte Natur bietet.

Peggys Cove

Peggy’s Cove ist eine kleine Ortschaft in Nova Scotia und liegt an der St. Margarets Bay im Osten des Landes. Gegründet wurde sie im Jahr 1811. Damals war sie wirklich nur ein kleines Dorf, anfangs wohnten nur 50 Menschen dort. Inzwischen jedoch ist dieses kleine Dorf zu einer wichtigen Attraktion für Touristen in Nova Scotia geworden. Dies liegt zum einen an dem noch heute historischen Städtchen, denn es gibt strenge Vorschriften für neue Gebäude. Vielmehr ist es jedoch eine einzige Sehenswürdigkeit, die jährlich die Touristen in die kleine Ortschaft strömen lässt.

Die Spezialität des Ortes ist der Hummer. Viele Einwohner sind heute noch im Hummerfang tätig. Ein Besuch in Peggy’s Cove sollte auf jeden Fall immer ein leckeres Hummeressen beinhalten.

Peggy’s Cove liegt inmitten des Lighthouse Trail. Dieser Weg führt die Touristen an herrlichen Leuchttürmen und malerischen Fischerorten vorbei. Und ein Leuchtturm ist es auch, der diesen kleinen, malerischen Ort zu berühmt gemacht hat. Der Leuchtturm, den die Besucher hier sehen können, heißt Peggy’s Point. Es handelt sich hierbei nicht um einen beliebigen Leuchtturm auf dem Lighthouse Trail. Vielmehr ist es der wohl berühmteste Leuchtturm Kanadas und mit Sicherheit der Leuchtturm, der auf den meisten Bildern von Touristen vertreten ist. Vor allem das Postamt, das in diesem Leuchtturm eingerichtet wurde, trägt stark zur Beliebtheit der Sehenswürdigkeit bei. Viele Menschen auf der ganzen Welt kennen diesen historischen Leuchtturm und Postkarten von diesem Ort, mit entsprechendem Stempel, sind beliebte Souvenirs für die Familie Daheim.

Doch nicht nur im Zuge des Lighthouse Trail kann man Peggy’s Cove besuchen. Der Ort ist ein angenehm ruhiger, kleiner Fischerort. Hier scheint, vor allem im historischen Ortskern, die Zeit stehen geblieben zu sein. Die Ruhe und der Hauch der Alten Zeit erreichen den Besucher nicht nur bei einem Besuch des Leuchtturms. Es wird seit Gründung des Ortes darauf geachtet, dass die historische Bausubstanz erhalten wird. Heute gibt es entsprechende Verordnungen, die dies für alle Bewohner festlegen und die helfen, dass auch heute der Ort noch seinen Charme der Vergangenheit besitzt. Der Ort und die Umgebung um Peggy’s Cove laden dazu ein, die Seele ein bisschen baumeln zu lassen, den Tag ruhig anzugehen und vielleicht ein wenig langsamer zu gehen, um auch wirklich all die interessanten Informationen aufzunehmen, die es in Peggy’s Cove zu sehen gibt.

Zu diesen Informationen gehört auch ein Gedenkstein der neueren Art. Es handelt sich um einen Stein, der zum Gedenken an die Opfer eines Flugzeugabsturzes hier errichtet wurde. Im Jahre 1998 stürzte eine Maschine der Swiss Air in die St. Margarets Bay, ganz in der Nähe des Ortes.

 

Bay of Fundy

Die Bay of Fundy markiert eine Grenze zwischen den kanadischen Provinzen Nova Scotia und New Brunswick. Besonders interessant ist der große Unterschied, den die Tide hier ausübt. Der Gezeitenwechsel wird an der Bay of Fundy sehr gut deutlich, Ebbe und Flut haben eine große Auswirkung hier. In der Bay of Fundy findet man den höchsten Gezeitenunterschied der ganzen Welt. Im Süden geht der Bay of Fundy in die Passamaquoddy-Buch über, die dann an den US-Bundesstaat Main grenzt. Somit ist der Bay of Fundy eine natürliche Grenze zwischen Kanada und den USA.

Ursprünglich wurde die Gegend um die Bay of Fundy von verschiedenen Indianerstämmen besiedelt. Darunter waren die Mi’kmac-, die Algonquin- und die Ottawa-Stämme. Für die Nachfahren dieser Indianerstämme ist die Gegend immer noch von großer traditioneller Bedeutung, wobei die Mi’kmac ihren Mittelpunkt inzwischen an den Bras d’Or Lake verlagert haben. Die ersten Eroberer waren die Franzosen, die jedoch später von den Engländern besiegt wurden, die sich dann als erste Siedler hier niederließen. Aus diesem Grund wird in der Gegend heute vorwiegend Englisch gesprochen, obwohl man hier und da auch noch Französisch hören kann.

Die Natur der Bay of Fundy wird zum einen charakterisiert durch die schroffen Felsen und die vielen Wälder. Wie die gesamte Landschaft Nova Scotias erinnert auch dieser Bereich sehr an Norwegen und vor allem an das Landschaftsbild Schottlands. Die meisten Touristen, die die Bay of Fundy besuchen, kommen zum einen wegen den außergewöhnlich starken Gezeiten und zum anderen zum Whale-Watching.

angeln-kanada-nova-scotia Auch Angeln ist an der Bay of Fundy möglich.
Das Beobachten von Walen ist in diesem Gebiet besser möglich, als an anderen Stellen in Nova Scotia. Hier finden sich verschiedene Walarten ein: es ist kein Problem, auf Minkwale, Glattwale und Buckelwale zu treffen. Auch viele Fische haben sich in der Bay angesiedelt. Entsprechend lebt die Region hauptsächlich von Fischfang, von der Papierindustrie und der Stromerzeugung, die durch die starken Gezeiten möglich ist.

Die Bay of Fundy lädt ein, seine Freizeit sowohl zu Wasser als auch an Land zu verbringen. Die Gegend um die Bay ist so einzigartig, dass sich hier ausgedehnte Wanderungen lohnen. Auf dem Wasser kann man auf Kanus die Gegend erkunden. Oder man begibt sich auf eine Wanderung entlang der felsigen Küste und entdeckt die vielen Naturschönheiten des Gebiets. Dazu gehören auch Küstenabschnitte, in denen das Wasser mit voller Wucht auf die Felsen trifft – ein einzigartiges Erlebnis der Naturgewalten.

Cape Breton

Ein Wal vor der Küste Cape Bretons
Die wilde Atlantikküste von Nova Scotia

Cape Breton ist eine Insel im Atlantik, die zu Nova Scotia gehört und die über einen Verkehrsweg, dem Canso Causeway, mit dem Festland verbunden ist. Optisch erinnert die Insel an Schottland oder auch an Norwegen. Dieser Eindruck entsteht vor allem durch die bewaldeten Berge im Westen, die schroffen Felsen und die Gletschertäler, die man auf der Insel findet. Vielleicht ist dies auch ein Grund dafür, dass sich hier zu Beginn hauptsächlich Schotten aus den Highlands niederließen. Die keltische Sprache der Schotten hatte auf jeden Fall einen Einfluss auf die Sprache, die noch heute spürbar ist. Auf Deutsch übersetzt heißt die Insel “das Bretonische Kap”.

kueste-cape-breton-nova-scotia Typische Küste von Cape Breton
Geschichtlich gesehen war die Insel zuerst von einem Indianerstamm besiedelt, bis die Insel im 17. Jh. von den Franzosen besetzt wurde. Die Engländer ließen sich erst Mitte des 18. Jh. hier nieder. Diese Geschichte wirkt sich auch auf die vorhandenen Sprachen aus: neben Englisch wird auf der Insel Französisch, Gälisch und ein indianischer Dialekt besprochen.

Die große Besonderheit des Cape Breton ist mit Sicherheit der Cape Breton Highlands National Park, ein Naturpark, der sich entlang der Atlantikküste bis zum St.-Lorenz-Strom erstreckt. Er beheimatet sehr viele interessante Tiere, darunter Schwarzbären, Elche und den Weißkopfseeadler. Wer sich den National Park genau ansehen will, kann den Cabot Trail benutzen, der quer durch den Park führt. Der Cabot Trail ist eine Ringstraße von rund 300 km, die als Panoramastraße durch den National Park führt.

Der National Park ist nur eines der Naturschönheiten, die Cape Breton zu bieten hat. Hier findet man noch die unberührte, raue Natur mit ihrer abwechslungsreichen Schönheit. Schroffe Felsen und steinige Ufer am Atlantik wechseln sich ab mit saftig-grünen Hügeln und bewaldeten Bergen. Dazwischen findet man Seen, die zwischen den Bergen liegen und viele Flüsse, die sich durch die Täler schlängeln.

wal-kanada-nova-scotia An der Atlanitkküste Kanadas, in Nova Scotia, kann man Wale beobachten
Zu den bedeutenden Persönlichkeiten, die Cape Breton zu bieten hat, gehört Alexander Graham Bell, der Erfinder des Telefons. Ihm zu Ehren wurde in der Stadt Baddeck ein Museum errichtet, in dem man mehr über ihn und seine Forschungen erfahren kann. Eine weitere Besonderheit ist die Musik, die auf Cape Breton gespielt wird. Die Musik der Indianer wurde durch europäische Einflüsse stark verändert. Auf diese Weise entstand eine einzigartige Musikrichtung, die mit kaum einer anderen Richtung vergleichbar ist. Man kann sie heute noch überall auf der Insel hören.

Bras d’Or Lake

Der Bras d’Or Lake bildet das Zentrum von Cape Breton. Eigentlich handelt es sich nicht um einen einzelnen See, vielmehr ist es ein Verbund aus vielen Seen, von denen der Bras d’Or Lake der Größte ist. Das Besondere an diesem See ist, dass die Ufer von hohen Felsen umsäumt sind, was dem See einen fjordähnlichen Charakter verleiht. Wie auch die Fjorde in Norwegen entstand der See nach der letzten Eiszeit durch das Zurückweichen der Gletscher. Insgesamt erstreckt sich der Bras d’Or Lake über eine Länge von 80 km und ist an seiner breitesten Stelle fast 30 km breit. Über die schmalsten Stellen führen Brücken für Pkws und Bahnen.

bras-d-or-lake-nova-scotia Ein typischer Küstenabschnitt des Bras d’Or Lake
Entsprechend der Geologie findet man zahlreiche Vögel und vor allem Fische in dem See. Dementsprechend ist die Fischerei eine wichtige Einnahmequelle der Menschen, die in der Umgebung des Bras d’Or Lake leben. Ursprünglich lebten in diesem Gebiet die Mi’kmac-Indianer, für die der See noch heute von großer Bedeutung ist – sowohl als Lebensmittelpunkt als auch in traditioneller Hinsicht. Aus diesem Grund wurde die Chapel Island, die Insel, die sich auf dem See befindet, zum kulturhistorischen Ort erklärt und zum Hauptsitz des großen Rats der Mi’kmac erklärt.

Obwohl die Natur, die sich im Gebiet des Bras d’Or Lake befindet, schon ein guter Grund ist, als Tourist in diese Region zu kommen, zieht der See jedoch hauptsächlich Wassersportler und Schiffer an. Es gibt hier die Möglichkeit, auf dem See zu segeln, darüber hinaus verfügt der See an mehreren Stellen über sehr gute Yachthäfen. Für viele Touristen ist der Bras d’Or Lake daher eine beliebte Anlegestelle auf ihrem Törn entlang der kanadischen Atlantikküste.

Trotz der Nutzung für den Tourismus ist es gelungen, am Bras d’Or Lake ein intaktes Ökosystem zu erhalten. Wer sich für unberührte Natur interessiert, ist an diesem Seensystem genau richtig. Die Menschen hier leben im Einklang mit dem See und haben so den Lebensbereich der Tiere erhalten können. Entsprechend wurde die Gegend touristisch auch mit Nachsicht behandelt: Bettenburgen und große Hotels sucht man hier vergebens. Wer direkt am See übernachten möchte, hat die Möglichkeit, sich stilecht in einer Blockhütte einzumieten. Um den See richtig kennen zu lernen, gibt es die Möglichkeit des Scenic Drive, einer Segeltour entlang der Küste des Sees.

Cabot Trail

Der Cabot Trail ist ein Highway in Cape Breton in Nova Scotia. Er führt direkt durch den Cape Breton National Park und gilt als eine der schönsten Panoramastraßen Kanadas. Durch den Cabot Trail kann man die Schönheit von Cape Breton besonders gut kennen lernen, denn er führt als Ringstraße von der Westküste durch dieses Gebiet. Man durchquert den Nationalpark und fährt auch am Bras d’Or Lake vorbei bis man wieder an der Westküste Nova Scotias ankommt.

cabot-trail-cape-breton-nova-scotiaEntlang der Küstenstraße auf dem Cabot Trail
Der Cabot Trail erhielt seinen Namen nach John Cabot, dem berühmten Entdecker. Und in diesem Sinne kann man auf ihm auch Cape Breton entdecken. An vielen Stellen führt die Straße durch eine herrliche Gegend, die auf der einen Seite durch schroffe, hohe Felsen und Berge begrenzt ist, während auf der anderen Seite der St-Lorenz-Golf eine herrliche Fernsicht bietet. Wenn man den National Park auf dem Cabot Trail erreicht, sollte man eine kurze Pause einlegen und den Park auf einem der 25 Wanderwege etwas genauer erkunden.

Der Cabot Trail ermöglicht es, viele Sehenswürdigkeiten der Gegend genau zu erkunden Dazu gehört mit Sicherheit der Cape Smokey, ein Berggipfel, der sowohl im Winter als auch im Sommer einen kurzen Abstecher wert ist. Der Weg führt an wunderbaren Städten, wie zum Beispiel Baddeck vorbei. Baddeck erreicht man, wenn man die Panoramastraße am Bras d’Or Lake kurz verlässt.

Die Ringstraße von Cabot Trail führt entlang interessanter Sehenswürdigkeiten und Aussichtspunkte. Man hat die Möglichkeit, das Scarecrow Village zu besuchen, einem sehr gruseligen Freizeitpark, der etwas abseits der Straße liegt. Doch auch Walbeobachtungen und interessante Informationen zu Walen kann man an vielen Punkten entlang des Trails erhalten. Die Tradition hat selbstverständlich auch ihren festen Punkt in den Orten entlang der Panoramastraße. So kann man an vielen Orten die schottischen Traditionen finden, die sich seit den ersten englischen Siedlern hier erhalten haben.

Der Cabot Trail bietet auf einer Länge von 300 km nicht nur eine wunderbare Aussicht auf die wunderschöne Natur Nova Scotias, sondern bringt auch die Geschichte und die Traditionen der Menschen nahe, die in diesem Gebiet leben. Somit ist der Cabot Trail mehr als nur ein einfacher Highway – er ist ein Lehrpfad durch eine sehr interessante Gegend in Kanada.

Fleur-de-Lis Trail

Der Fleur-de-Lis Trail hat eine Gesamtlänge von 262km, beginnt am Canso Causeway und führt bis nach Louisbourg und Sydney. Das besondere an diesem Trail ist die Tatsache, dass er durch akadische Siedlungen führt, die das Leben so zeigen, wie es zur Zeit der ersten Siedler war. Man fährt also nicht nur durch eine atemberaubende Natur sonder taucht zum Teil sehr tief ein in die Geschichte Kanadas.

fleur-de-lis-trail-nova-scotia Der Fleur-de-Lis Trail auf Cape Breton führt auf akadische Pfade – Einfach immer nur den Schildern folgen!
Akadische Siedlungen sind die Ortschaften, die von den ersten französischen Siedlern erbaut wurden. Diese kamen im 17. Jh. aus Frankreich und führten in ihren Ortschaften ein französisch geprägtes Leben und bauten ihre Häuser entsprechend der ländlichen Architektur Frankreichs. Noch heute kann man in der Gegend den Akadiern begegnen; so bezeichnen sich die Nachfahren der französischen Siedler.

Die Gegend, durch die der Fleur-de-Lis Trail führt, wird von vielen als eine der schönsten Gegenden Nova Scotias beschrieben. Grund dafür sind zum einen die unberührte Landschaft und zum anderen die Ortschaften, in denen man oftmals das Gefühl hat, die Zeit sei stehen geblieben. Entlang des Fleur-de-Lis Trails gibt es eine ganze Menge zu entdecken – die Geschichte der französischen Siedler ist hier lebendig geblieben und man erfährt viel über die Geschichte Nova Scotias.

Der Trail beginnt am Canso Causeway. Dies ist eine Drehbrücke, die im Jahre 1955 eröffnet wurde und sich über 1,3 km erstreckt. Das Ende des Fleur-de-Lis Trail befindet sich im alten Fort Louisbourg und der Stadt Sydney. Sowohl der Canso Causeway als auch der Fleur-de-Lis Trail befinden sich auf der Cape Breton Island. Die Stadt Sydney ist vor allem für ihre Stahlproduktion berühmt. Gegründet wurde sie 1785 und nach einem Innenminister benannt.

Diese Insel besticht durch die bewaldeten Berghänge und felsigen Küsten. Hier findet man hügeliges Grasland ebenso wie ausgedehnte Seen und Gletschertäler. Eingebettet in diese Landschaft zieht sich der Trail entlang. Die Gebäude, die man im Verlauf des Trails sieht, passen sich harmonisch in diese Landschaft ein und geben ein besonders idyllisches Bild von der Geschichte Nova Scotias.

Die Ortschaften entlang des Trails, die alle von der französischen Herkunft Zeugnis ablegen, zeigen die einzelnen Lebensbereiche der damaligen Siedler. Sei es, dass man am Fischerdorf Petit-de-Grat vorbeikommt oder an dem Dorf L’Ardoise oder am Point Michaud – jede kleine Ortschaft am Fleur-de-Lis Trail hat seine eigene Geschichte, die es zu erkunden gilt. Mal befindet man sich im ältesten Fischerdorf der Gegend, mal kann man einen der atemberaubendsten Strände von Cape Breton Island erleben. Und immer wieder wird man auch auf Menschen treffen, die eine kleine Geschichte der französischen Einwanderer zu erzählen haben.

Louisbourg

Das alte Fort Louisbourg erreicht man am Ende des Fleur-de-Lis Trails. Es liegt in Nova Scotia auf der Cape Breton Island. Das Fort hat seine Anfänge in der Zeit der französischen Siedler und gilt als die größte und bedeutendste Rekonstruktion eines Forts in Nordamerika. Mit einer Fläche von fast 7.000ha liegt das Fort etwas versteckt. Die meisten Besucher werden mit einem Bus, der durch dichten kanadischen Wald führt, zum Eingang gefahren. Nachdem das Fort einige Zeit ungenutzt war und verfiel, begann man in den 1960er Jahren mit der Rekonstruktion.

Was die Umgebung und die kleinen akadischen Dörfer des Fleur-de-Lis Trails schon vermuten ließen, wird hier zur Gewissheit: die Vergangenheit ist noch lebendig. Wer sich entschließt, das Fort Louisbourg zu besichtigen, begibt sich auf eine einmalige Zeitreise zurück ins 18. Jh., in die die Zeit der französischen Siedler.

Das Fort Louisbourg wurde im Jahre 1744 errichtet und das Leben, dessen man Zeuge werden kann, spielt exakt in diesem Jahrhundert. Man befindet sich im Inneren des Forts zunächst auf einem riesigen Marktplatz, auf dem es alles zu sehen gibt, was zu einem Markt in jenen Zeiten dazu gehörte: Verkäufer, Spielleute, Waschfrauen, Gaukler und den Adel. Die Häuser, die sich in dem Fort befinden, sind den Originalgebäuden nachempfunden und auch die Kleidung der Menschen, denen man begegnet, entspricht damaligen Originalen.

Doch damit nicht genug: wer sich stattgesehen hat an dem bunten Treiben, kann sich in einem Restaurant erholen und wird sich mit recht seltsamen Gerichten konfrontiert sehen: auch die Restaurants des Forts Louisbourg sind auf die Zeit des 18. Jh. eingerichtet – man erhält hier die typischen Gerichte jener Zeit.

Das Fort hatte seinen ganz eigenen Tagesablauf, über den man bei einem Besuch informiert wird. Zum einen wird man Soldaten und Offiziere sehen, die Exerzieren oder einen Rundgang durch das Fort machen. Doch auch die alltäglichen Arbeiten, wie die Arbeit in der Küche, die Verrichtung von Handarbeiten oder die unterschiedlichen Berufe werden in Häusern und im Museum sehr anschaulich erklärt.

Das Fort Louisbourg ist heute weniger eine alte Festungsruine sondern mehr ein lebendiges, interessantes Freilichtmuseum. Passend zur Umgebung des Fleur-de-Lis Trails, auf dem der Besucher bereits in Berührung gekommen ist mit den französischen Siedlern, zeigt sich hier das Leben der Siedler in einem Fort in allen Facetten. Die Gebäude wurden so restauriert, dass man anhand ihrer die Architektur des Jahres 1744 sehr gut nachempfinden kann. Für eine Reise in die lange Geschichte Kanadas und für den Besuch einer ganz besonders interessanten Epoche ist das Fort Louisbourg genau die richtige Adresse.

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