Home Auszeit-OrteDeutschland Steinhude am Steinhuder Meer

Steinhude am Steinhuder Meer

by admin1

 

Was den Ort Steinhude ausmacht, kann man bereits am Stadtwappen erkennen: der Fischfang und das Nesselblatt. Dass der Fischfang heute noch von Bedeutung ist, kann man daran ersehen, dass von hieraus noch immer die so genannten “Torfkähne” auf das Steinhuder Meer fahren, um den Steinhuder Hecht und den Steinhuder Aal zu fischen. Doch das Nesselblatt ist für viele nicht gleich ersichtlich: es ist das Hauswappen der Familie zu Schaumburg, dem ehemaligen Grafen der Region.

Steinhude wird als der Hauptort am Steinhuder Meer angesehen. Tatsächlich beginnen die meisten Touristen genau hier ihre Erkundungen in der Umgebung, auch für Wassersportler ist Steinhude ein idealer Ausgangsort. Die verkehrsgünstige Anbindung hat dafür gesorgt, dass andere Orte, wie Mardorf, im Vergleich zu Steinhude zurückstehen müssen.

Die Besiedlung Steinhudes beginnt im 13. Jh. wie auch Mardorf wurde Steinhude jedoch im 30jährigen Krieg fast komplett zerstört und nach 1640 komplett wieder aufgebaut. Zu dieser Zeit lebte Steinhude als Fischerdorf ausschließlich von der Landwirtschaft und von der Fischerei. Die Entwicklung zum Naherholungsort ging nur langsam voran. Im 18. Jh. wurde, auf Geheiß Graf Wilhelms I. eine künstliche Insel aufgeschichtet und dort eine Festung errichtet. Die Insel Wilhelmsstein ist heute eine der wichtigsten Attraktionen auf dem Steinhuder Meer. Die touristische Entwicklung des Ortes selbst begann erst vor wenigen Jahrzehnten. Heute ist der Tourismus in Steinhude die wichtigste Einnahmequelle.

Steinhudes Geschichte kann man hervorragend bei einem Streifzug durch den Ort erkunden. Viele Gebäude erzählen von der Historie der Stadt. Hierzu zählt die Petrus-Kirche, die mit einem Opferstock aus dem 17. Jh. ausgestattet ist. Besonders interessant sind die vielen älteren Fachwerkhäuser die man in den Straßen der Ortsmitte finden kann.

Besonders interessant ist das so genannte Scheunenviertel aus dem Jahr 1756. Hier wurden 1997 umfangreiche Renovierungsmaßnahmen durchgeführt. Das Scheunenviertel, das etwas außerhalb der Ortsmitte liegt, zeigt eindrucksvoll die bäuerliche Architektur in Norddeutschland im 18.Jh. In 3 Scheunen dieses Scheunenviertels ist heute ein Spielzeug- und Kinderweltmuseum beheimatet. Dieses Museum zeigt interessante Spielwaren aus mehreren Epochen.

Ein weiteres interessantes Museum, das man sich in Steinhude ansehen sollte, ist die alte Leinenweberei. Hier wird noch heute Gebrauchsgut und Weißwäsche gewebt. Das Museum lockt ganzjährig mit interessanten Aktivitäten, so wird jährlich ein Weihnachtsfest ausgerichtet und im September wird das große Flachsfest veranstaltet. Das Museum wurde mit dem Fischereimuseum verbunden, dies vor allem, da nach dem 30jährigen Krieg die Fischerei und die Leinweberei wichtige Erwerbsquellen für Steinhude waren. Im Museum ist unter anderem auch ein “Hemd ohne Naht” zu bewundern: in einem Stück gewebt, ohne erkennbare Nähte und sicherlich ein besonderes Stück dieser alten Handwerkstradition. Der Webstuhl in der “Großen Stube”, der übrigens immer noch funktionstüchtig ist, ist bereits 250 Jahre alt.

Ähnliche Artikel